Konservierungsstoffe in der Herrenkosmetik

Konservierungsstoffe in der Herrenkosmetik

Ich weiß, dass gerade im Bereich der Bartpflege viele Menschen ein genaues Auge auf die Inhaltsstoffe der Herrenkosmetik haben. In diversen Facebook Gruppen tummeln sich sogar echte Experten. Das zeigt uns, dass euch das Thema wirklich am Herzen liegt. Aus diesem Grund möchte ich euch gerne etwas über Konservierungsstoffe erzählen.

Keime in der Herrenkosmetik

Herrenpflegeprodukte oder auch Herrenkosmetik muss nicht steril sein. Jedoch ist auch eine Keimkolonie nicht wirklich “The yellow from the egg”, um es mit den Worten eines Freundes zu sagen. Klar ist, bei der Produktion von Herrenkosmetik (wozu auch Bartöl gehört) wird möglichst hygienisch und sauber gearbeitet. Frei nach dem Motto “Gib dem Keim keine Chance!”. So kann garantiert werden, dass ein Produkt einen sauberen Zustand hat, wenn es vom Kunden geöffnet wird. Spätestens dann ist es allerdings rum mit der Sauberkeit und eine Kontamination durch Bakterien und im schlimmen Fall auch durch Pilze ist einfach. Wie das passiert? Ganz einfach. Die Pipette des Bartöls berührt die eigene Haut, welche vielleicht nicht gerade mit einem Hygienereiniger sauber gemacht wurde. Wir lassen Produkte vielleicht auch mal versehentlich offen stehen, weil wir es einfach vergessen. Ebenfalls bietet das klassische Badezimmer eine feuchte und warme Umgebung. Ein guter Nährboden für die genannten Freunde aka Pilze und Bakterien. Und genau an dieser Stelle kommen die Konservierungsstoffe zum Einsatz.

Konservierungsstoffe in Herrenkosmetik

Die Kosmetikindustrie und vor allem die Herrenkosmetik erlebt in manchen Bereichen einen Wandel. Überall lesen wir “frei von X” oder “Jetzt ohne Y”. Durch diese “Befreiung” der Kosmetik verschwinden nicht nur schädliche Stoffe aus der Kosmetik, sondern auch (manchmal) so manch nützlicher Konservierungsstoff. Produkte, welche einen Wasseranteil haben, bieten den Keimen einen tollen Nährboden. Lotionen, Cremes oder auch Pomaden haben zum Beispiel einen starken Wasseranteil. Bei einer Lotion oder Creme kann das bis zu 80% sein. Hat der Hersteller dann noch ein wenig Protein oder Zucker beigemischt, wird es besonders interessant. Produkte, die ein Öle als Basis haben sind da nicht ganz so anfällig.

Die Sorte Keime, welche sich in solchen Produkten niederlassen sind jetzt nicht immer gleich pathogen (krankheitserregend) oder auf eine andere Weise schädlich. Es gibt jedoch Personengruppen, welche hier ein waches Augen haben sollten. Das können Allergiker, älter Menschen oder auch Säuglinge sein. Hier können die Keime für Infektionen oder Reizungen sorgen. Auch das Produkt selbst kann unter einem Keimbefall leiden. Es entstehen unangenehme Gerüche, Fette und Öle können ranzig werden. Du siehst also: Konservierungsstoffe sind nicht immer nur schlecht. Gerade natürliche Konservierungsstoffe können helfen Kosmetik zu stabilisieren.

Die häufigsten Konservierungsstoffe in der Herrenkosmetik

Damit ihr die Konservierungsstoffe überblicken könnt, habe ich euch die gängigsten Stoffe in dieser Liste zusammengetragen:

  • Alkyl-Paraben, z.B. Butyl-, Ethyl-, Methyl-, Propylparaben (4-Hydroxybenzoesäure)
  • Imidazolidiyl Urea (1,1¢-Methylen-bis[3-(1-hydroxy-methyl2,4-dioximidazolidin-5-yl) harnstoff])
  • Benzyl Alcohol (Benzylalkohol)
  • Chloroacetamide (Chloracetamid)
  • Benzoic Acid (Benzoesäure)
  • Chlorhexidine Digluconate/-acetate (Chlorhexidin)
  • Methyldibromo-Glutaronitrile (1,2-Dibrom-2,4-dicyanobutan)
  • Chlorobutanol (Chlorbutanolum)
  • Dehydroacetic Acid (3-Acetyl-6-methyl-2,4(3H)-pyrandion)
  • Sodium Hydroxymethylglycinate (Natriumhydroxymethylaminoacetat)
  • DMDM Hydantoin (1,3-bis-(hydroxy-methyl)-5,5-dimethyl2,4-imidazolidindion)
  • Polyaminopropyl Biguanide (Poly(hexamethylendiguanid)-hydrochlorid)
  • Methylchloro- oder Methylisothiazolinon (5-Chlor-2-methyl-3(2H)-iso-thiazolon oder 2-methyl-3(2H)-isothiazolo)
  • Diazolidinyl Urea (N-Hydroxymethyl-N-[1,3-di(hydroxymethyl)2,5-dioxo-imidazolidin-4-yl]-N¢-hydroxymethyl-harnstoff)
  • Piroctone Olamide (1-Hydroxy-4-methyl-6-(2,4,4¢-trimethylpentyl)-2-pyridon)
  • Propionic Acid (Propionsäure)
  • Phenoxyethanol (2-Phenoxy-ethanol)
  • Sorbic Acid (2,4-Hexadiensäure)
  • o-Phenylphenol (2-Hydroxybiphenyl)
  • Salicylic Acid (Salicylsäure)
  • Sodium o-Phenylphenate (Natrium-o-Phenylphenat)
  • Triclosan (2,4,4¢-Trichlor-2¢-hydroxy-diphenylether)
  • o-Cymen-5-ol (3-Methyl-4-(1-methylethyl)phenol; 4-Isopropyl-m-Kresol)
  • Chlorphenesin (Chrlorphenesin)
  • Quarternium 15 (Methanamin-3-chlorallylchlorid)

Wer es noch etwas genauer wissen will, kann sich den “Anhang V – Liste der in kosmetischen Mitteln zugelassenen Konservierungsstoffe” der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel vom 30. November 2009 anschauen. Dort sind insgesamt 57 verschiedene Konservierungsstoffe inkl. Anwendungsbedingungen, Warnhinweisen, Einschränkungen und Anforderungen gelistet.

Welche Anforderungen werden an Konservierungsstoffe gestellt?

Wo ich gerade von Anforderungen spreche: Nun ist es so, dass wir in ganz vielen, täglich genutzten Produkten Konservierungsstoffe finden. Lebensmittel, Kosmetik, Pharmaprodukte, you name it. Ohne eine durchschnittliche oder gar genaue Menge nennen zu können, gehe ich davon aus, dass wir eine nicht gerade geringe Menge an Konservierungsstoffen zu unserem täglichen Leben gehört. Was bedeutet das also genau für uns alle? Ganz einfach, Konservierungsstoffe müssen gewisse Anforderungen erfüllen. Dazu zählen:

  • pH-unabhängiges Wirkspektrum
  • Antimikrobielle Wirksamkeit bereits in geringer Konzentration
  • Keine Veränderung der galenischen Eigenschaften des Produkts
  • Nicht toxisch, nicht allergen
  • Keine Akkumulation/Anreicherung des Konservierungsstoffes im menschlichen Körper
  • Geschmack- und geruchlos
  • Keine Wechselwirkungen mit anderen Inhaltsstoffen
  • Breites Wirkspektrum gegenüber einer Vielzahl von Keimen
  • Gute Wasserlöslichkeit, geringe Fettlöslichkeit

Es gibt nicht die Eierlegende-Wollmilch-Sau unter den Konservierungsstoffen. Somit ist auch klar, dass nicht alle Konservierungsstoffe alle oben genannten Anforderungen erfüllen. Die Lösung liegt in der Synergie. Um alles unter einen Hut zu bekommen, werden Konservierungsstoffe oftmals gemischt. Ob das nötig ist, kann jeder für sich entscheiden. Die Frage ist, was ist das kleinste “Übel”? Ist es besser viele Konservierungsstoffe in einer kleinen Konzentration einzusetzen oder eher nur ein Konservierungsstoff zu nutzen? Letzteres liest sich natürlich besser in der Bewerbung des Produkts.

Keime können Resistenten entwickeln. Das bedeutet, dass Sie immun gegen einen bestimmten Konservierungsstoff werden. Hier gibt es also einen entscheidenden Vorteil bei der Mischung von Konservierungsstoffen. Der Umgang mit diesen Stoffen ist enorm wichtig. Es gibt einiges an Regeln zu beachten, um der Resistenz von Keimen vorzubeugen. Die Herangehensweise “VHV – Viel hilft Viel” ist aus meiner Sicht fehl am Platz. Es sollte intelligent konserviert werden. Bedeutet: wenig und sinnvoll konservieren.

Die dunkle Seite der Macht – Konservierung in konventioneller Kosmetik

Konventionelle Kosmetik wird oftmals mit synthetischen Stoffen konserviert. Die sind günstig und lassen sich einfach verarbeiten. Klassiker sind hier zum Beispiel Formaldehyd, Formaldehydabspalter und Parabene.

Diese Stoffe sind schon vor einigen Jahren in Verruf geraten. Sie sollen Hauptauslöser von Allergien sein. Ebenfalls sollen Sie Krebs auslösen, die Schleimhäute reizen und den Altersprozess beschleunigen. *UPDATE* Ersters ist nicht gänzlich bewiesen *UPDATE ENDE* Das ist besonders toll, wenn es sich um eine Anti-Aging Creme handelt.

Spannend sind auch die halogenorganischen Verbindungen. Sie haben hohes Allergie-potenzial, setzen sich im Gewebe ab und können sogar Eiweißstrukturen zersetzen und verändern. Wenn du also folgendes irgendwo liest, werfe das Produkt am besten direkt in die Tonne oder kaufe es erst gar nicht:

  • Iodopropynyl Buthylcarbamate
  • Chloroxylenol
  • Methylchloroisothiazolinone
  • Methyldibromo Glutaronitrile
  • Diazolidinyl Urea
  • Chlorphenesin
  • Methylisothiazolinone
  • Imidazolidinyl Urea
  • Hydantoin
  • MDM Hydantoin

Parabene gehören ebenfalls zu den synthetischen Konservierungsmitteln. Parabene lösen nicht so schnell eine Allergie aus wie eines der oben genannten Stoffe, daher sind sie ebenfalls sehr beliebt. Sie stehen im Verdacht auf den Hormonhaushalt des Körpers Einfluss zu nehmen. Genau wie die halogenorganischen Verbindungen stehen Parabene im Verdacht krebserregend zu sein sind Parabene  krebserregend .

Du möchtest wissen hinter welchen Bezeichnungen ein Paraben steckt. Hier habe ich dir nochmal eine Liste zusammengestellt:

  • Methylparaben
  • Ethylparaben
  • Butylparaben
  • Propylparaben
  • Isopropylparaben
  • Isobutylparaben
  • Pentylparaben
  • Benzylparaben
  • Phenylparaben
  • Metagin
  • Propagin
  • Oxybenzoesäure/Oxybezoat
  • Hydroxybezoesäure/Hydroxybenzoat
  • PHB
  • Parahydroxybenzoat

Konservierung in der Naturkosmetik

Auch in der Naturkosmetik sind Keime ein Thema. Wie in jeder Kosmetik wird es besonders spannend, wenn Wasser in der Liste der Inhaltsstoffe vorkommt. Wie wir bereits gelernt haben, sind Konservierungsstoffe gerade dann sehr wichtig. Eine Creme, welche Wasseranteile enthält, überlebt keine zwei Wochen ohne Konservierungsstoffe. Es gibt auch noch andere Faktoren wie zum Beispiel keimfreies Arbeiten in der Produktion. Es gibt einige große Konzerne in dem Bereich der Naturkosmetik, welche nach den hygienischen Standards der Pharmazie arbeiten.

Eine weit verbreitete Konservierungsform ist der Alkohol. Alkohol konserviert und trocknet gleichzeitig die Haut oder das Haar aus. Naturkosmetikhersteller heben diesen Effekt durch rückfettende Inhaltsstoffe wieder auf. In der Regel wird dieser Alkohol aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnen.

Die wohl beste Wahl zur Konservierung sind ätherische Öle. Viele dieser Öle wirken antibakteriell. Vitamin E (Tocopherol) schützt natürliche Fette und Öle sehr wirksam. Gleiches kann auch Grüner Tee von sich behaupten.

Wie konserviert Rabe & Fuchs

Wir entwickeln unsere Produkte aus rein natürlichen Stoffen. Somit findest du bei uns weder Parabene noch synthetische Konservierungsstoffe. Unser Bartöl enthält kein Wasser, somit ist eine Konservierung nicht primär nötig. Nichts desto trotz helfen uns die antibakteriellen ätherischen Öle, wie das der Pfefferminze, oder auch das Vitamin bei dem Schutz vor Keimen

 

Pierre ist Gründer und Inhaber der im Jahr 2017 gegründeten Rabe & Fuchs GmbH.


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